SSW 28+0 Schwangerschaft

Geburt
Dann begann mein Albtraum. Am 16.11.2021 überlegten die Ärzte wie ich einen Kaiserschnitt ohne zusammenzubrechen überleben würde. Es sollte noch bis 21.04 Uhr dauern bis eine Entscheidung gefällt wurde. Kurz vor der OP waren die Herztöne meines Sohnes unregelmässig und wurden immer schwächer. So entschied man eine Not-Sectio zu machen. Ich war komplett alleine die ganze Zeit. Mein Mann durfte nicht kommen, da er auch noch in Quarantäne war und hoffte zuhause unter Tränen, dass wir beide das alles überleben. So wurde Joris am 16.11.2022 mit 1.075 g und 42,5 cm um 21.04 Uhr geboren und ich hörte ihn nicht schreien. Er war sofort weg. Ich durfte ihn nicht einmal sehen. Danach wurde ich versorgt und mein Sohn ging auf die Intensivstation und ich auf die Corona Isolationsstation. Ganze 8 Tage durfte ich zu niemanden Kontakt haben, mein Kind konnte ich nur durch eine Live-Kamera sehen. 24 Stunden nach der OP bekam ich auch das erste Foto mit all den Schläuchen. Er wurde 2x 24h beatmet, danach 3 Wochen mit CPAP und zum Schluss hatte er einen Monat mit Nasenbrille.
Zeit auf der Neonatologie
Nachdem mich die Ärzte auf der Intensivstation nach 8 Tagen wieder herstellen konnten (inkl. einer Fast-Wiederbelebung), konnten mein Mann und ich mit einem Rollstuhl die Neonatologie besuchen. Es war ein beängstigendes Gefühl, aber das änderte sich schnell. Wir lebten parallel in einem Ronald-McDonald-Haus nur 30 m vom Krankenhaus entfernt und konnten so immer zwischen 7.00 Uhr und 21.30 Uhr bei ihm sein. Vorallem die älteren Pflegefachfrauen halfen mir meine Angst zu überwinden und dank psychologischer Unterstützung fing ich an die Situation zu akzeptieren. Joris machte jeden Tag seit unserem Besuch gute Fortschritte. Der Ductus wuchs mit einer 10-tägigen Ibuprofengabe zu, er überstand zwei Sepsen, ein kleiner Leistenbruch verheilte zum Glück ohne OP, ein Krampfanfall stellte sich zum Glück auch nicht heraus, sondern nur als Krampfanfallähnlich. Er hatte nur starke Probleme mit seiner Verdauung. Daran merkte man wirklich seine frühe Geburt. Er bekam 10 Tage lang ein starkes Medikament und Bluttransfusionen. Sein Darm blähte sich eines Tages ohne erkennbaren Grund auf und drohte zu reißen. Zum Glück überstanden wir das. Nach 58 Tagen Neo konnten wir dann ohne Sauerstoff, Monitor und Magensonde nach Hause. Lediglich ein Eisenpräperat, Vitamin D und Augentropfen die gegen ROP Stufe 1 helfen sollten, bekamen wir mit.
Ernährung Frühchen
Zeit nach der Neonatologie
Die Zeit nach der Neo war recht anstrengend. Es standen viele Kontrolltermine an. Wir mussten jede Woche zum Augenarzt um die ROP am rechten Auge zu kontrollieren und zum Kardiologen, um das kleine Loch was beim schliessen des Ductus übriggeblieben war, zu kontrollieren. Aber es war alles unauffällig. Joris ist lediglich Dauerpatient bei der Physiotherapie, da bei ihm eine Muskeltonusstörung festgestellt wurde. Nichtsdestotrotz krabbelt er mit 10 Monaten und ist mit über 9 kg und 77 cm recht gross und kann gut mit gleichaltrigen mithalten. Er wird mit 1,5 Jahren in eine kleine Kita mit wenig Kindern gehen, weil ich etwas Angst habe, er könnte überfordert sein.
Tipps für Frühcheneltern

























